Archiv der Kategorie: Argumente

Argumente gegen die Osttangente.

Weltkulturerbestadt und Osttangente passen nicht zusammen

Augsburg hat kürzlich von der UNESCO den Titel „Weltkulturerbe“ für sein Wasserwirtschaftssystem erhalten. Die Osttangente als autobahnähnliche Schnellstraße durch die Wasserschutzgebiete Augsburgs passt dazu nun wirklich nicht. So ein Titel kann auch schnell wieder aberkannt werden, wie sich am Beispiel Dresden gezeigt hat. Aktuell haben im Einzugsbereich des Wasserschutzgebietes Landwirte hohe Auflagen einzuhalten. Sollen dann in Zukunft 40.000 PkW und LkW pro Tag durch dieses Gebiet fahren? Ein schwerer Unfall mit auslaufenden Kraft- oder Schadstoffen, die ins knapp unter der Erde fließende Grundwasser gelangen, können potentiell die Wasserversorgung Augsburgs gefährden. Selbst wenn technische Auflagen dafür sorgen, dass solche Schäden „kontrollierbar“ bleiben – wir wissen alle, dass technische Anlagen niemals einen hundertprozentigen Schutz bieten. Ganz abgesehen davon, dass die von den Autos ausgestossenen Abgase und Feinstäube sich über die Luft auf dem Boden verteilen, irgendwann ins Grundwasser gelangen und dann die Schadstoffbelastung des Grundwassers und der Brunnen erhöhen.

Studie des Navigationsdienstleisters TomTom

Bereits im Jahre 2017 und 2018 veröffentlichte INRIX zwei weltweite Studien zur Staubelastung von Großstädten. Augsburg landete dabei immer im unteren Drittel der ausgewählten deutschen Großstädte. Dies wurde jetzt durch TomTom bestätigt. Von den ausgewählten 25 deutschen Städten landete Augsburg auf Rang 21. Hierzu haben wir folgenden Leserbrief in der Augsburger Allgemeinen veröffentlicht:

Neue Straßen sind keine Lösung
Zum Thema Stau in Augsburg:
In Ihrem Artikel zur Verkehrsstudie des Navigationsdienstleisters TomTom behaupten Sie „Augsburg zählt zu den 25 staubelastetsten deutschen Städten“. Diese Aussage im Untertitel des Artikels weckt den Eindruck, dass Augsburg ein großes Stauproblem hat.
Leider ist diese Aussage aus unserer Sicht falsch und das Gegenteil ist der Fall. Für die Studie wurden die 25 größten deutschen Städte bzw. Regionen ausgewählt. Unter diesen 25 Städten nimmt Augsburg Rang 21 ein, gehört also zu den am wenigsten belasteten Großstädten.
Die Ergebnisse der TomTom-Studie entsprechen damit den Ergebnissen der INRIX-Studie aus dem Jahr 2017 und 2018 in denen Augsburg auch im unteren Drittel landete. Es gibt sicherlich auch in Augsburg Handlungsbedarf, aber im Vergleich zu anderen Städten hat Augsburg relativ geringe Stauprobleme. Diese werden wir sicherlich nicht durch neue Autobahnen und Schnellstraßen lösen, sondern nur durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Bahn und eines guten Fahrradwegenetzes. Wir werden die Verkehrsprobleme sicherlich auch nicht dadurch lösen, dass wir mit der Osttangente eine autobahnähnliche Schnellstraße mitten durch die Wasserschutzgebiete Augsburgs bauen. Das passt nun wirklich nicht zu einer für ihr Wassermanagement ausgezeichneten frisch gekürten Unesco-Weltkulturerbestadt.
Aktuell werden gerade viele Millionen an Steuergeldern für die Planungen dieser Straße vom staatlichen Bauamt ausgegeben – das sollte sofort gestoppt werden und das Geld lieber in die Umsetzung eines modernen Mobilitätskonzeptes gesteckt werden.

Verkehr halbiert = Lärm halbiert?

Nur schwache Lärmminderung an der B2 in Kissing durch die Osttangente zu erwarten
Unsere während der Sperrung der B2 für den Durchgangsverkehr nach Augsburg in Kissing durchgeführte, stichprobenartige Verkehrszählung im Sommer 2017 ergab, dass sich der Verkehr in etwa halbiert hat. Dadurch haben wir jetzt zum ersten Mal ein Bild davon, wie sich die Osttangente, die ja den Durchgangsverkehr aufnehmen soll, auf die Situation an der B2 auswirken wird. Der Quell- und Zielverkehr (Einkaufsfahrten etc.) wird sich in etwa auf 10.000 Fahrzeuge/Tag halbieren. Daher kann man von einer echten Lärmreduzierung nicht sprechen. Das menschliche Gehör kann laut Bundesverkehrsministerium eine Halbierung des Autoverkehrs nur sehr schwach wahrnehmen. Eine echte Reduzierung des wahrgenommenen Lärms auf die Hälfte erreicht man nur, wenn der Autoverkehr um 90% reduziert wird. Besser sind allerdings andere Maßnahmen wie Lärmschutzwände, Flüsterasphalt und Temporeduzierung. Hierdurch erreicht man eine Lärmreduzierung um weit mehr als die Hälfte.  Den Bau der Osttangente mit der Lärmminderung für die B2-Anlieger zu begründen ist also sachlich falsch.

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Warum wir die Kissinger Heide erhalten sollten

Fast jeder der hier in der Region wohnt macht ab und zu  einen Ausflug zum Weitmannsee. Wer die Lechauenstraße über die Bahnbrücke fährt  oder von Mering an der Bahn entlang kommt, der sollte  kurz bevor die Straße im Wald verschwindet einen Stopp einlegen und links über die kleinen Pfade mal die Kissinger Heide besuchen.

Wer nun achtlos durch Büsche und Wiesen läuft, wird gar nicht merken was dort alles an Naturschönheiten verborgen ist. Es sind auch keine spektakulären Pflanzen sondern eher Kleinode, die man bewußt suchen und wahrnehmen muss. Da nicht jeder ein ausgebildeter Biologe ist, empfehlen wir hier ein Buch, das sehr umfassend die Flora dieser Gegend beschreibt:

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Aktionsbündnis sieht sich in Ablehnung der Osttangente durch Verkehrsstudie bestätigt

Eine kürzlich veröffentlichte weltweite Verkehrsstudie belegt, dass Augsburg zu den am wenigsten durch Staus belasteten Städten in Deutschland gehört. In der von der Firma INRIX-Research veröffentlichten Studie, wurden mehr als 1.000 Städte weltweit analysiert. Darunter 62 Städte in Deutschland und 10 Städte in Bayern. Zur Datenerhebung wurden modernste Techniken eingesetzt – so wurden beispielsweise elektronische Positionsdaten der Fahrzeuge analysiert. Insgesamt wurden 300 Millionen Datensätze und 8 Millionen Straßenkilometer ausgewertet. Es wurde dabei sowohl der Verkehr innerhalb einer Stadt als auch der Verkehr in der Gesamtregion um eine Stadt einbezogen. Augsburg nimmt weltweit Rang 568 von 1064 Städten ein und verbesserte sich gegenüber dem Jahr 2015 sogar um 65 Ränge. Deutschlandweit steht Augsburg auf Rang 43 von insgesamt 62 Städten und damit im unteren Drittel. Innerhalb Bayerns steht Augsburg auf Rang 7 von 10 Städten. Im Vergleich zu München verbringen Augsburger weniger als ein Drittel ihrer Zeit in Staus. „Besonders interessant ist, dass die Stauzeiten auf Straßen, die in die Stadt hinein- und herausführen, im Vergleich mit anderen Städten, ausgesprochen gering sind. Dies deutet daraufhin, dass Augsburg eher in der Innenstadt etwas zur Verkehrsentlastung tun muss als auf den Straßen um Augsburg herum z.B. durch besseren öffentlichen Nahverkehr“, so Wolfhard von Thienen, der Sprecher des Aktionsbündnisses Keine Osttangente. Bezieht man Faktoren mit ein, die z.B. die Größe einer Stadt und damit die dort üblicherweise anfallenden Distanzen und Fahrtzeiten berücksichtigt, ist Augsburg deutschlandweit sogar führend. „Das bedeutet, dass Augsburg für seine Größe und Struktur die in Deutschland am wenigsten stauanfälligste Stadt ist. Damit bestätigt sich unser Eindruck“, so der Sprecher des Aktionsbündnisses, „dass Augsburg und Region, im Vergleich zu anderen Städten, relativ wenig Staus hat und damit auch die Osttangente nicht notwendig ist. Dies schließt natürlich nicht aus, dass für einzelne Problemzonen Lösungen gefunden werden müssen – diese können aber nicht im Bau einer neuen, überregionalen Schnellstraße bestehen, die nur noch mehr Verkehr und damit auch Staus, Unfälle, Lärm, Schadstoffbelastungen und Umweltzerstörung bringen wird. Damit sind z.B. die B17 in Augsburg, die B2 in Kissing und die B300 in Friedberg gemeint –  generell alle Bereiche in der Region, in denen die Menschen unter zu viel Autoverkehr leiden.“ Die Studie kann unter folgendem Link eingesehen werden http://inrix.com/scorecard/ .

Stellungnahme zur sogenannten OT-light

Im Frühjahr 2015 hatten sich eine Reihe von Politikern, u.A. MdL Tomaschko und MdB Durz sehr deutlich und öffentlich für die vierspurige OT engagiert. Nachdem erheblicher Widerstand in der Region gegen die OT aufflammte, wurde die OT-Light kreiert. Sie wurde unter erheblichen politischen Druck durch die örtlichen Räte gebracht und wurde unter viel beschworenen „politischen Hintergrundgesprächen“ mit „wichtigen Entscheidungsträgern“ propagiert.

Die OT-light  ist dennoch im Entwurf der Bundesregierung vom Oktober 2016 für die Ausbaugesetze nicht aufgenommen worden. Statt dessen wurde eine abgeänderte Osttangente in die Ausbaugesetze aufgenommen: Die Abschnitte 1 und 2 zwischen der A8 bei Derching und der B2 (Chippenham-Ring nördlich von Kissing) werden unverändert vierspurig ausgebaut. Die Abschnitte 3 und 4 zwischen  zwischen Kissing, westlich von Mering/St.Afra nach Königsbrunn/Oberottmarshausen zur B17 werden ebenfalls unverändert vierspurig ausgebaut. Es besteht hier aber die Option auch nur dreispurig zu bauen. Der Abschnitt 4 wurde in der Dringlichkeit herabgestuft, er erhält aber Planungsrecht. Das bedeutet, dass Bund und Freistaat die Planung auch für diesen Abschnitt starten können und das notwendige Geld dafür ausgeben dürfen.

Neuerdings wird von Politikern wie MdL Tomaschko auch gerne der Begriff  Osttangente vermieden und stattdessen beschönigend von B2-Neu gesprochen. Das klingt natürlich besser, da hiermit suggeriert wird, es handle sich um eine rein lokale Lösung zur Verbesserung der Situation an der B2. Tatsache ist, dass sich an den Zielsetzungen im Bundesverkehrswegeplan nichts geändert hat und die Straße von überregionaler Netzbedeutung zur Entlastung der B17 konzipiert wird.

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Erklärung zum Beschluss des Margtgemeinderates Mering zur Ortsumfahrung Kissing vom 19.11.2015

Folgende Erklärung wurde beim letzten Organisationstreffen beschlossen, um dem Eindruck entgegen zu wirken, die Region sei einhellig für die Osttangente.

Stellungnahme des Aktionsbündnisses Keine Osttangente zum Beschluss des Meringer Marktgemeinderates zur Ortsumfahrung Kissing vom 19.11.2015

 

Seitens des Meringer Marktgemeinderates liegen jetzt zwei Beschlüsse vor, die sich im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan 2015 mit Straßenbauprojekten in der Region beschäftigen. Im Beschluss vom Frühjahr 2015 sprach sich der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit gegen die sogenannte Osttangente, eine 4-spurige, autobahnähnliche Bundesstraße zwischen B17 und A8 aus. Am 19. November beschloss der Gemeinderat mit Bezug auf die Verkehrsprobleme in Kissing, einer Ortsumfahrung von Kissing zuzustimmen, die westlich der Bahn bei Mering/St. Afra vorbeiführt und auf die Staatsstraße nach Königsbrunn mündet. Dieser Beschluss wurde unter dem Vorbehalt gefasst, dass „kein autobahnähnlicher Ausbau“ erfolgen darf. Damit wird ein 3- oder 4- spuriger Ausbau abgelehnt. Mit diesem Beschluss wurde erneut seitens des Gemeinderates einer betroffenen Gemeinde klargestellt, dass die im Bundesverkehrswegeplan beantragte Osttangente abgelehnt wird. Damit haben sich insgesamt fünf der Stadt- und Gemeinderäte der betroffenen Gemeinden gegen die Osttangente ausgesprochen. Neben Mering sind dies Oberottmarshausen, Königsbrunn, Merching und Schmiechen. Der Augsburger Stadtrat hat bisher keine Position bezogen. Nur Kissing und Friedberg stimmten dafür. Von einer einheitlichen Zustimmung der Region zur Osttangente kann daher keine Rede sein. Das Aktionsbündnis ist ausdrücklich für eine Entlastung der B2-Anlieger in Kissing. Wir befürchten allerdings, dass durch die vom Meringer Gemeinderat vorgeschlagene Variante ein schleichender Einstieg in die 4-spurige Osttangente erfolgt, insbesondere auch ein 4-spuriger Ausbau der AIC25 geplant ist. Das lehnen wir im Hinblick auf Naturschutz, Naherholung, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Bodenversiegelung und verkehrstechnisch ungelöster Fragen ab.