Archiv der Kategorie: Argumente

Argumente gegen die Osttangente.

Warum wir die Kissinger Heide erhalten sollten

Fast jeder der hier in der Region wohnt macht ab und zu  einen Ausflug zum Weitmannsee. Wer die Lechauenstraße über die Bahnbrücke fährt  oder von Mering an der Bahn entlang kommt, der sollte  kurz bevor die Straße im Wald verschwindet einen Stopp einlegen und links über die kleinen Pfade mal die Kissinger Heide besuchen.

Wer nun achtlos durch Büsche und Wiesen läuft, wird gar nicht merken was dort alles an Naturschönheiten verborgen ist. Es sind auch keine spektakulären Pflanzen sondern eher Kleinode, die man bewußt suchen und wahrnehmen muss. Da nicht jeder ein ausgebildeter Biologe ist, empfehlen wir hier ein Buch, das sehr umfassend die Flora dieser Gegend beschreibt:

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Aktionsbündnis sieht sich in Ablehnung der Osttangente durch Verkehrsstudie bestätigt

Eine kürzlich veröffentlichte weltweite Verkehrsstudie belegt, dass Augsburg zu den am wenigsten durch Staus belasteten Städten in Deutschland gehört. In der von der Firma INRIX-Research veröffentlichten Studie, wurden mehr als 1.000 Städte weltweit analysiert. Darunter 62 Städte in Deutschland und 10 Städte in Bayern. Zur Datenerhebung wurden modernste Techniken eingesetzt – so wurden beispielsweise elektronische Positionsdaten der Fahrzeuge analysiert. Insgesamt wurden 300 Millionen Datensätze und 8 Millionen Straßenkilometer ausgewertet. Es wurde dabei sowohl der Verkehr innerhalb einer Stadt als auch der Verkehr in der Gesamtregion um eine Stadt einbezogen. Augsburg nimmt weltweit Rang 568 von 1064 Städten ein und verbesserte sich gegenüber dem Jahr 2015 sogar um 65 Ränge. Deutschlandweit steht Augsburg auf Rang 43 von insgesamt 62 Städten und damit im unteren Drittel. Innerhalb Bayerns steht Augsburg auf Rang 7 von 10 Städten. Im Vergleich zu München verbringen Augsburger weniger als ein Drittel ihrer Zeit in Staus. „Besonders interessant ist, dass die Stauzeiten auf Straßen, die in die Stadt hinein- und herausführen, im Vergleich mit anderen Städten, ausgesprochen gering sind. Dies deutet daraufhin, dass Augsburg eher in der Innenstadt etwas zur Verkehrsentlastung tun muss als auf den Straßen um Augsburg herum z.B. durch besseren öffentlichen Nahverkehr“, so Wolfhard von Thienen, der Sprecher des Aktionsbündnisses Keine Osttangente. Bezieht man Faktoren mit ein, die z.B. die Größe einer Stadt und damit die dort üblicherweise anfallenden Distanzen und Fahrtzeiten berücksichtigt, ist Augsburg deutschlandweit sogar führend. „Das bedeutet, dass Augsburg für seine Größe und Struktur die in Deutschland am wenigsten stauanfälligste Stadt ist. Damit bestätigt sich unser Eindruck“, so der Sprecher des Aktionsbündnisses, „dass Augsburg und Region, im Vergleich zu anderen Städten, relativ wenig Staus hat und damit auch die Osttangente nicht notwendig ist. Dies schließt natürlich nicht aus, dass für einzelne Problemzonen Lösungen gefunden werden müssen – diese können aber nicht im Bau einer neuen, überregionalen Schnellstraße bestehen, die nur noch mehr Verkehr und damit auch Staus, Unfälle, Lärm, Schadstoffbelastungen und Umweltzerstörung bringen wird.“ Die Studie kann unter folgendem Link eingesehen werden http://inrix.com/scorecard/ .

Stellungnahme zur sogenannten OT-light

Im Frühjahr 2015 hatten sich eine Reihe von Politikern, u.A. MdL Tomaschko und MdB Durz sehr deutlich und öffentlich für die vierspurige OT engagiert. Nachdem erheblicher Widerstand in der Region gegen die OT aufflammte, wurde die OT-Light kreiert. Sie wurde unter erheblichen politischen Druck durch die örtlichen Räte gebracht und wurde unter viel beschworenen „politischen Hintergrundgesprächen“ mit „wichtigen Entscheidungsträgern“ propagiert.

Die OT-light  ist dennoch im Entwurf der Bundesregierung vom Oktober 2016 für die Ausbaugesetze nicht aufgenommen worden. Statt dessen wurde eine abgeänderte Osttangente in die Ausbaugesetze aufgenommen: Die Abschnitte 1 und 2 zwischen der A8 bei Derching und der B2 (Chippenham-Ring nördlich von Kissing) werden unverändert vierspurig ausgebaut. Die Abschnitte 3 und 4 zwischen  zwischen Kissing, westlich von Mering/St.Afra nach Königsbrunn/Oberottmarshausen zur B17 werden ebenfalls unverändert vierspurig ausgebaut. Es besteht hier aber die Option auch nur dreispurig zu bauen. Der Abschnitt 4 wurde in der Dringlichkeit herabgestuft, er erhält aber Planungsrecht. Das bedeutet, dass Bund und Freistaat die Planung auch für diesen Abschnitt starten können und das notwendige Geld dafür ausgeben dürfen.

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Erklärung zum Beschluss des Margtgemeinderates Mering zur Ortsumfahrung Kissing vom 19.11.2015

Folgende Erklärung wurde beim letzten Organisationstreffen beschlossen, um dem Eindruck entgegen zu wirken, die Region sei einhellig für die Osttangente.

Stellungnahme des Aktionsbündnisses Keine Osttangente zum Beschluss des Meringer Marktgemeinderates zur Ortsumfahrung Kissing vom 19.11.2015

 

Seitens des Meringer Marktgemeinderates liegen jetzt zwei Beschlüsse vor, die sich im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan 2015 mit Straßenbauprojekten in der Region beschäftigen. Im Beschluss vom Frühjahr 2015 sprach sich der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit gegen die sogenannte Osttangente, eine 4-spurige, autobahnähnliche Bundesstraße zwischen B17 und A8 aus. Am 19. November beschloss der Gemeinderat mit Bezug auf die Verkehrsprobleme in Kissing, einer Ortsumfahrung von Kissing zuzustimmen, die westlich der Bahn bei Mering/St. Afra vorbeiführt und auf die Staatsstraße nach Königsbrunn mündet. Dieser Beschluss wurde unter dem Vorbehalt gefasst, dass „kein autobahnähnlicher Ausbau“ erfolgen darf. Damit wird ein 3- oder 4- spuriger Ausbau abgelehnt. Mit diesem Beschluss wurde erneut seitens des Gemeinderates einer betroffenen Gemeinde klargestellt, dass die im Bundesverkehrswegeplan beantragte Osttangente abgelehnt wird. Damit haben sich insgesamt fünf der Stadt- und Gemeinderäte der betroffenen Gemeinden gegen die Osttangente ausgesprochen. Neben Mering sind dies Oberottmarshausen, Königsbrunn, Merching und Schmiechen. Der Augsburger Stadtrat hat bisher keine Position bezogen. Nur Kissing und Friedberg stimmten dafür. Von einer einheitlichen Zustimmung der Region zur Osttangente kann daher keine Rede sein. Das Aktionsbündnis ist ausdrücklich für eine Entlastung der B2-Anlieger in Kissing. Wir befürchten allerdings, dass durch die vom Meringer Gemeinderat vorgeschlagene Variante ein schleichender Einstieg in die 4-spurige Osttangente erfolgt, insbesondere auch ein 4-spuriger Ausbau der AIC25 geplant ist. Das lehnen wir im Hinblick auf Naturschutz, Naherholung, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Bodenversiegelung und verkehrstechnisch ungelöster Fragen ab.

 

 

Alternativen zur Osttangente

Welche Alternativen gibt es zur Osttangente ?

Zunächst muss man festhalten, dass es nicht Aufgabe einer Bürgerinitiative ist,  Alternativen zu entwickeln. Dies ist Aufgabe der zuständigen Behörden und politischen Gremien. Dennoch haben wir uns mit Alternativen zur Osttangente beschäftigt, die wir hier vorstellen.

1. Bei der Osttangente handelt es sich um die Folge einer seit vielen Jahrzehnten verfolgten falschen Verkehrspolitik. Diese Politik hat es als unabänderlich hingestellt, dass infolge des Wirtschaftswachstums der Verkehr und insbesondere der Straßenverkehr zunimmt und damit angeblich mehr Straßen gebaut werden müssen. Langfristig angelegte Alternativen dazu wurden nicht ernsthaft verfolgt. Der Ausbau der Bahn und die Verlagerung der Güter wurden sträflich vernachlässigt. So werden Deutschland und Europa weniger als 20% der Güter mit der Bahn transportiert, während der Anteil z.B. in den USA mehr als doppelt so hoch ist. Die Folgen erleben wir alle in Gestalt von Lkw, die quer durch Europa ihre Güter transportieren und unsere Straßen verstopfen. Natürlich können wir als kleines, lokales Bündnis hier keine Lösungen schaffen und die Probleme sind auch sehr komplex.

Forderung:  Reduzierung des Auto- und Güterverkehrs auf der Straße zugunsten der Förderung des ÖPNV und konsequente Förderung der Bahn. Die Vermarktung regionaler Produkte soll stärker gefördert werden.

2. Ein Argument der Beförworter der Osttangente ist, dass angeblich mehr Gewerbegebiete durch die Osttangente erschlossen werden können.  Wir sehen in dem unkoordinierten Wildwuchs an Gewerbegebieten in Bayern und unserer Region ein großes Problem.  Es entstehen schnell hochgezogene Leichtbauhallen, die nach wenigen Jahren wieder verlassen werden. Oft werden lediglich Arbeitsplätze von einer Region in die andere verlagert um beispielsweise  gewerkschaftliche Bindungen auszuhebeln.  Oder es werden große Logistikzentren errichtet, die allein den Zweck haben, die Lager- und Zulieferkosten auf die Staße zu verlagern (Just in time Produktion). Gemeinden konkurrieren bei der Gewerbeansiedlung gegeneinander und unterbieten sich in Grundstückspreisen und Gewerbesteuersätzen.  Eine überregionale Abstimmung findet nicht statt, wie wir an den Logistikzentren südlich von Königsbrunn sehen. Die Gemeinden dort glauben einen Gewinn zu haben während bei uns die Verkehrsprobleme aufschlagen. Durch die Ansiedlung von Großmärkten sind kleine, innerörtliche Geschäfte nicht mehr konkurrenzfähig und unsere Innenstädte veröden. In vielen Gemeinden gibt es  leerstehende Altimmobilien wie man z.B. an der B2 in Kissing sehr deutlich sehen kann. Statt diese Gebiete neu zu gestalten, werden neue Leichtbauhallen auf der Wiese hochgezogen, weil dies billiger ist. Der Flächenverbrauch an über Jahrhunderten und Jahrtausenden gewachsenen Boden ist enorm und nicht mehr rückgängig zu machen.

Vorschlag: Überregionale Abstimmung der Ausweisung von Gewerbegebieten für Großgewerbe und Mittelstand unter den Landkreisen und Gemeinden.

Vorschlag: Vorrang der Sanierung des Altbestands vor Neuausweisung.

Vorschlag: Groß- und mittelständische Betriebe erhalten nur dann den Zuschlag, wenn ein langfristiges, begründetes Engagement in der Region erkennbar ist und die sozialen, ökonomischen und umweltpolitischen Folgen für die Region dauerhaften Nutzen bringen.

4. Die Belastung von Anliegern an der B2 in Kissing und B300 in Friedberg soll angeblich durch die Osttangente reduziert werden. Hier sehen wir das Problem, dass durch die Osttangente eine große Zahl von Bewohnern an anderer Stelle belastet werden würde. So verlieren  beispielsweise Landwirte ihre Existenz und Bewohner der Steusiedlung in  Königsbrunn sowie Anlieger in Kissing westlich der Bahn müssen ihre Häuser aufgeben.

Vorschlag:  Zur Entlastung der Anlieger dsollen die  Gemeinden Kissing und Friedberg mittels eines immissionsrechtlichen Gutachtens die Straßenbaubehörden dazu zwingen, ein Tempolimit auf der B2 und B300 im innerörtlichen Bereich zu erlassen.  Weiterhin sollte die B300 in Friedberg für den Lkw-Verkehr gesperrt werden. Diese Maßnhamen sind in anderen Bundesländern bereits erfolgreich umgesetzt worden. Das Argument der oberen Baubehörde, die AIC25 könne den Lkw-Mehrverkehr nicht aufnehmen ist nicht richtig und sollte zur Not gerichtlich angefochten werden.

Vorschlag: Durch die Gemeinden Kissing und Friedberg ist jeweils ein Verkehrsplaner zu beauftragen, der Konzepte zur Anliegerentlastung entwickelt. Wir können uns z.B. vorstellen, dass Lärmschutzwände errichtet werden, Flüsteraspahlt eingesetzt wird oder die Straßen niedriger gelegt werden.

Vorschlag:  Es  sollte  konsequent darauf geachtet werden, die Gewerbegebiete nur so zu entwickeln, dass kein zusätzlicher Verkehr an der B2 und B300 in Kissing und Friedberg entsteht.  Auch hier ist eine überregionale Abstimmung eforderlich. So macht es keinen Sinn, dass Mering ein Logistikzentrum angesiedelt werden soll, welches 1000 zusätzliche Lkw-Bewegungen auf die B2 und die Staatsstraße nach Königsbrunn pro Tag bringen wird.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind mit Kosten verbunden, die allerdings nur ein Bruchteil dessen darstellen, was eine Osttangente kostet. Wenn es den Politikern so wichtig ist, die Anlieger zu entlasten, sollten dies Maßnahmen ernsthaft in Angriff genommen werden.

 

 

 

 

 

 

Verkehrsaufkommen in der Region

Dank der Recherchearbeit von Joseph Metzger von der Aktionsgemeinschaft Lechallianz e.V., basierend auf offiziellen Zahlen aus dem Jahre 2010, geben wir hier die Ergebnisse offizieller Zählungen des Verkehrsaufkommens in der Region an.  Die Zahl zur AI25  für 2015 stammt aus der regionalen Presse.

 

Straße Jahr 2010 2015
Durchn. Fahzezuge pro Tag Durchn. Fahzezuge pro Tag
AIC 25 A8 bis Derchinger Str. 18000
AIC 25 Derchinger-Stätzlinger Str. 16000
AIC 25 Stätzlinger -Ausfahrt Friedberg-West 17000
AIC 25 Ausfahrt Friedberg-West bis B300 32000
AIC 25 durchschnittlich 25000
B2 Merching bis Mering 11200
B2 Mering AIC 12 bis Mering L 2380 11000
B2 Mering L 2380 bis Mering L 2052 16700
B2 Mering L 2053 bis Kissing Süd 17900
B2 Kissing Süd bis Nord (Kreisverkehr) 19000
B2 Kissing Nord bis Stadtgrenze Augsburg 19700
B 300 FDB K25 bis FDB Wulfertshauserstr. 14300
B 300 FDB-Wulfertshauserstr.-Dasing A8 11600
A8 Dasing-Friedberg 67300
A8 Friedberg-Augsburg-Ost 70000
A8 Augsburg-Ost-West 78500
A8 Augsburg-West-Neusäß 61500
A96 Landsberg West bis Nord 48000
A96 Landsberg Nord bis Ost 57200
Quelle: B2,B300,A8,96 B2, B300, A8, A96
Quelle: AIC 25 AIC25
 Quellen 2015 Quelle 2015. aus diversen Zeitungsartikeln