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Gekürzter Leserbrief in der FA

Gestern am 25.4. waren zwei Leserbriefe in der Friedberger Allgemeinen im Lokalteil, wo Wolfhard von Thienen unterstellt wurde, dass er unsachlich argumentiert und falsche Behauptungen aufstellt. Wolfhard und ich haben daraufhin eine Erwiderung formuliert, die aber leider nur teilweise in der Friedberger Allgmeinen vom 26.4. abgedruckt wurde.

Den kompletten Text veröffentlichen wir hier:

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Großlösung für kleine Probleme?

Alle Politiker, die dieses Projekt befürworten, erklärten öffentlich, dass sie hauptsächlich die Ortsumfahrung Kissing und Friedberg (Süd) wollen (siehe Presseartikel Augsburger Allgemeine, 8.3.2015).

Sie sehen aber keine Chance, diese „Kleinprojekte“ im Bundesverkehrswegeplan 2015 unterzubringen. Daher wollen sie jetzt die 4-spurige Großlösung „Osttangente“ einbringen, da Großprojekte eine bessere Chance haben in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden.

Es wird also ganz offen gesagt, dass man das Großprojekt eigentlich nur will, um die zwei kleineren Ortsumfahrungen realisieren zu können. Besser kann man unsere Steuergelder, unsere Natur, Umwelt und Heimat nicht verschwenden.

Ortsumfahrung für Kissing? Entlastung für Mering/St. Afra?

Der Kissinger Bürgermeister favorisiert das Großprojekt „Osttangente“, weil er eine Ortsumfahrung für seinen Ort wünscht.

Die jetztige B2 war seinerzeit die Umgehungsstrasse für Kissing und Wohngebiete waren mehrere hundert Meter entfernt davon.

Wie kann man Baugebiete für Wohnbebauung direkt an der Umgehungsstraße zulassen und sich dann wundern, dass die Anwohner auf die Barrikaden gehen? Hier ist die 4-spurige Umfahrung sicher nicht die einzig mögliche Lösung, damit sich der Ort städtebaulich weiterentwickeln kann.

Da es bei der geplanten Tangente keine Einschleifung innerorts geben wird, wird der Ziel- und Quellverkehr erhalten bleiben. Dadurch wird es nur eine minimale Lärmentlastung geben. Siehe hierzu  Verkehr halbiert = Lärm halbiert?

Es wird nur wenige Zu- und Abfahrten geben. So ist für Mering lediglich ein Knoten kurz vor der Staustufe 23 geplant. Das bedeutet, dass der Verkehr auf der „alten“ B2, der an Mering vorbeiführt bzw. von Mering Richtung Kissing geht,  nach wie vor  die „alte“ Variante wählen wird. Dies gilt insbesondere für Zielverkehr nach Kissing und Friedberg. Damit wird es kaum zu einer nennenswerten Entlastung für Kissing und St. Afra  führen. Zielverkehr nach Mering und weiter Richtung Fürtsenfeldbruck, der von der  A8 auf der „neuen“ Trasse fließt, wird den Knotenpunkt bei Kissing auf die „alte“ B2 wählen und damit nach wie vor Kissing und St. Afra belasten.

Übrigens ergeben sich für Kissing auch erhebliche Nachteile: Die Bürger werden von den Naherholungsgebieten abgeschnitten und die Lärm- und Abgasbelästigung wird zunehmen.

Schaut man sich die Wohnbebauung entlang der B2 an, so kommt man auf ca. 70 Häuser von denen ein Teil Einfamilienhäuser und ein Teil Mehrfamilienhäuser sind. Man kann grob schätzen, dass dort ca. 400 Menschen direkt an der B2 leben. Dahingegen wären mehrere tausend Menschen in der Region von der Osttangente betroffen. Und schaut man über die Gemeindegrenzen nach Friedberg, so fallen sofort die Kleingärtner an der B2 auf. Hier ist ein von ca. 2.000 Menschen intensiv genutztes Erholungsgebiet entstanden, welches direkt durch die Osttangente durchschnitten werden würde.

Eines darf man in Kissing nicht vergessen: Westlich von der Bahn in Kissing liegen ebenfalls Wohnhäuser und zwar ca. 17 an der Zahl, also zahlenmäßig ein Viertel der Wohnhäuser, die jetzt an der B2 liegen. Über deren Grundstücke würde die Osttangente führen – sie müssten umgesiedelt, entschädigt oder enteignet werden! Weiterhin liegen dort große Gewerbebetriebe wie z.B. Hasit-Trockenmörtel oder Klaus-Betonfertigteile. Die müssten diesen Standort aufgeben, da die Autobahn direkt über deren Grundstücke gehen würde. Wie passt das zum Argument der Gewerbeansiedlung? Wieviele Arbeitsplätze wären betroffen?

Man muss also festhalten, dass für die B2-Anlieger in Kissing durch die Osttangente eventuell eine Entlastung entstehen würde, andere Anlieger, deren Zahl weit größer ist, würden aber duch die Osttangente erheblich belastet.  Wir sind der Meinung, dass man weder Menschen noch Natur gegeneinander ausspielen sollte. Natürlich brauchen die Anlieger an der B2 in Kissing eine Lösung, um die Lärm- und Abgasbelastung zu reduzieren. Diese Lösung kann aber nicht die Osttangente sein. Wir sind dafür, dass Kissing einen Stadt- und Verkehrsplaner beauftragt, der  nach einer Lösung sowohl für alle Anlieger an der B2 als auch für die städtebaulichen Probleme sucht.  Beispiele für eine umnittelbare Entlastung könnte eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 kmh sein. Die Gesetzeslage lässt dies durchaus zu und viele Gemeinden in Baden-Württemberg haben dies bereits durchgesetzt. Oder eine veränderte Ampelschaltung, die den Verkehrsfluss erhöht. Oder Lärmschutzwände oder Flüsteraspahlt. Lärmschutzwände und Flüsterasphalt wurden aber bisher aus Kostengründen abgelehnt, die Frage ist nun, ist ein 210-Millionen-Projekt billiger? Wir sind überzeugt, dass eine kreative Planung durchaus Spielräume bietet für Lösungen, die die B2-Anlieger in Kissing entlasten.