Kommunalwahl 2020 – Florian Fleig

Florian Fleig, Bürgermeisterkandidat Friedberg, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?

Ich bin für die Osttangente, jedoch gegen die derzeitige Definition eines 4-spurigen Ausbaus. Hier sehe ich auch die lokale Politik in der Verantwortung, hiergegen vorzugehen und unnötigen Landverbrauch zu stoppen.

  1. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?

Da ich die sich aus diesem Projekt ergebenen Chancen für den Landkreissüden erkenne, habe ich mich nicht in der Vergangenheit dagegen eingesetzt. Ich unterstütze auch zu 100 % den Kreistagsbeschluss vom 09.03.2016, wonach sich der Kreis für eine flächensparende Verwirklichung auf Bestandsstraßen ausgesprochen hat und deutlich gemacht hat, dass dem Umwelt- und Klimaschutzgedanken Rechnung getragen werden muß.

Gerade für Friedberg sehe ich in den Abschnitten 1 und 2 die große Chance, Verkehr aus der Stadt zu bringen und auf die bestehende (!!!) A8 umzulenken, so dass eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden kann.

  1. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?

Das Radverkehrskonzept muß konsequent verwirklich und umgesetzt werden. Darüber hinaus muß es den Bürgern, egal ob in der Stadt oder im ländlichen Bereich, erleichtert werden, den ÖPNV zu benutzen bzw. unnötige Strecken mit dem Pkw vermeiden zu können.

  1. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?

Da es bereits eine zeitliche Staffelung gibt, möchte ich diese auch umsetzen und verwirklichen. Vordringlich zu bearbeiten ist hierbei sicherlich ein ganzheitliches Konzept von Radwegen und die damit verbundenen Grundstückserwerbe, um überall ein sicheres und komfortables Fahren mit dem Fahrrad zu ermöglichen.

  1. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?

Aus Friedberger Sicht muß alles dafür getan werden, dass die B300 auf die A8 verlagert wird. Darüber hinaus muß losgelöst von der Osttangente die Mobilität generell neu gedacht werden. Es muß beispielsweise der Schienenverkehr gefördert und der Umstieg auf denselben attraktiver gemacht werden. Auch müssen Pendlerparkplätze gebaut werden, um unnötige Fahrten mit dem Pkw zu vermeiden und die Bildung von Fahrgemeinschaften leichter erreichen zu können.

  1. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Emissionen möglichst gering gehalten werden (Lärmschutzwände, Flüsterasphalt, etc.). Darüber hinaus muß an die Tierwelt gedacht werden, wie beispielsweise Schutzzäune, Querungshilfen (Grünbrücken, Wildunterführungen, Amphibientunneln, etc.).

Kommunalwahl 2020 – Helmut Luichtl

Helmut Luichtl, Bürgermeisterkandidat Merching, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich spreche mich dezidiert gegen eine Osttangente, wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist, aus. Insbesondere die sogenannte „Ulrich-Variante“ lehne ich ab, weil diese für Merching nur zu einer Belastung werden würde. Es geht primär darum, Entlastungen für die Bürger, insbesondere in Kissing und Friedberg, zu finden.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    In der Gemeinderatssitzung vom 14.04.2019 hat sich der Gemeinderat bereits dagegen ausgesprochen und über die Gemeinde unsere Bedenken an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur umfangreich mitteilen lassen. Des Weiteren haben wir unseren amtierenden Bürgermeister damit beauftragt, dem Staatlichen Bauamt unsere Bedenken bezüglich der Belastung für Merching und seiner Bürger darzulegen.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Selbstverständlich werde ich den Ausbau des ÖPNV unterstützen, soweit das als Bürgermeister möglich ist, da die direkte Zuständigkeit hierfür nicht bei der Gemeinde liegt. Ich könnte mir vorstellen, sogenannte Mitfahrerbänke im Gemeindebereich einzurichten. Weiterhin würde ich bei zukünftigen Straßenplanungen im Ortsbereich versuchen, Radwege dort einzuplanen, wo es sinnvoll und platztechnisch machbar ist.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Den weiteren Ausbau der Radwege werde ich als Bürgermeister dahingehend unterstützen, dass ich für die vorgesehenen Trassen auf Merchinger Flur umgehend Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern aufnehme, damit die Radwege auch umgesetzt werden können. Die Entscheidung wo und wann gebaut wird, liegt beim Kreistag.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    In Merching besteht eigentlich kaum Handlungsbedarf, da die Umfahrung in erster Linie für die Kommunen in Friedberg und Kissing wichtig wäre. Nichtsdestotrotz werde ich mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden Gespräche führen, wie man beispielsweise den Individualverkehr reduzieren kann.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Die Gemeinde Merching unternimmt schon jetzt umfangreiche Maßnahmen, um Naturschutz- und Erholungsgebiete nicht nur einzurichten, sondern auch zu unterhalten. Als größte Objekte sind hier der Schwanensee und der Mandichosee (Staustufe 23) zu nennen sowie bereits umgesetzte Projekte von Ausgleichsflächen im Lechfeld.

Kommunalwahl 2020 – Florian Mayer

Florian Mayer, Bürgermeisterkandidat Mering, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Im Bundesverkehrswegeplan ist die Osttangente als autobahnähnliche Umfahrung von Augsburg zur Entlastung der Bundesstraße 17 mit überregionalen Zielsetzungen definiert. Für Mering überwiegen hier klar die Nachteile, weshalb ich diese Maßnahme ablehne.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Die CSU Mering hat hier schon vor Jahren unter meiner Leitung demokratisch und ausführlich beraten. Das Ergebnis eines mehrtägigen Positionspapiers führte unter anderem maßgeblich zu einem Kreistagsbeschluss, der sich für regionale Lösungen auf Bestandstrassen sowie gegen einen autobahnähnlichen Ausbau ausspricht.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Ideen wie einem Bürgerbus oder Elektropoolfahrzeuge in kommunalen Wohnanlagen sind Beispiele, die ich befürworte. Daneben braucht es Maßnahmen, um den Durchgangsverkehr im Ortszentrum sowie auf Ortsstraßen (z.B. Hörmannsberger Straße) aus dem Ort heraus zu halten. Der Ausbau des ÖPNV ist unterstützenswert, fällt aber nicht in die direkte Zuständigkeit unserer Marktgemeinde.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    In unserem örtlichen Wahlprogramm haben wir dargestellt, das sämtliche Radwege, die in den Ort hinein führen, dort nicht durchlässig sind. Unser vordringlichstes Ziel ist es dies bei künftigen Planungen des Verkehrsraums zu berücksichtigen und Verbesserungen herbeizuführen. Sowohl das ISEK als auch die Verkehrsberuhigung im Ortszentrum sind diesbezüglich nur beispielhafte Bausteine.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Sollte es zu reinen regionalen Verkehrslösungen wie z.B. einer Ortsumfahrung von Kissing oder Ried kommen, so müssen in diesem Zusammenhang auch Lösungen für die betroffenen Gebiete in Mering (jetzige B2, Hörmannsberger Straße) gefunden werden. Dabei sind auch Unfallschwerpunkte wie die Kreuzung Augsburger Straße / B2 in die Betrachtung einzuziehen. Diesbezüglich wollen wir aber auch alternative Maßnahmen prüfen, die den Verkehr bremsen und die Verkehrswege für überregionalen Verkehr weniger attraktiv machen. Diese Ziele sind am besten im Konsens mit unseren Nachbargemeinden zu erreichen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Die Renaturierung des Lechs (LICCA LIBER) ist ein hervorragendes Projekt, um Lebensraum zu erhalten, der Natur wieder mehr Platz zu geben und den Erholungsfaktor für den Menschen zu verbessern. Zudem hat Merings CSU auch schon Projekte angestoßen wie mehr Baumpflanzungen entlang von Straßen, den Ersatz von Mais als Futter für Biogasanlagen durch langdauernde Blühplanzen (durchwachsene Silphi), Solarstromspeicherung am Gymnasium (finanziert durch Bürger) und H2-Projekte über den Landkreis. Außerdem wollen wir Bebauungspläne auf Umsetzung der festgeschriebenen Bepflanzung überprüfen.

Kommunalwahl 2020 – Dr. Klaus Metzger

Landrat Dr. Klaus Metzger, Landratskandidat, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin gegen die im Bundesverkehrswegeplan definierten Planungen. Klar ist aber auch, dass für die Gemeinden Kissing und Mering sowie die Stadt Friedberg Entlastung geschaffen werden muss.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Ich habe bereits am 09.03.2016 einen Kreistagsbeschluss herbeigeführt, der detailliert festlegt, was wir uns vorstellen. Zentral ist die Aussage: „Die gesamte Trasse soll […] möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen verwirklicht werden. Den Belangen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Naturschutzes ist dabei Rechnung zu tragen.“
    Nur zur Info: Kompletter Beschluss, angenommen mit 34 : 18 Stimmen: „Der Landkreis spricht sich für die Realisierung einer Entlastungsstraße im Bereich Friedberg/Derching – Kissing – Mering-Str. Afra aus. Die Maßnahme beinhaltet einen verkehrsgerechten Ausbau der AIC 25 und des Chippenham Rings im Bereich Friedberg/Autobahnanschluss Derching bis zur Einmündung des Chippenham Rings in die Meringer Straße. Der Straßenzug soll ab dieser Einmündung seine Fortführung über die B 2 mit einer Umfahrung von Kissing und Mering-St. Afra finden und keinen autobahnähnlichen Ausbau erhalten. Der Teilabschnitt zwischen Autobahnanschluss Friedberg/Derching und Meringer Straße ist so zu gestalten, dass die verkehrstechnischen und verkehrsrechtlichen Voraussetzungen zu einer Entlastung Friedbergs dahin gehend führen, dass der Durchgangsverkehr von der B 300 auf die A 8 abgeleitet wird. Der Kreistag Aichach-Friedberg appelliert an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages, dieses Straßenprojekt im neu zu erstellenden Bundesverkehrswegeplan mit dem Vermerk „vordringlicher Bedarf“ zu deklarieren. Die gesamte Trasse soll den Status einer Bundesstraße erhalten und möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen verwirklicht werden. Den Belangen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Naturschutzes ist dabei Rechnung zu tragen.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der Landkreis hat ein unter Bürgerbeteiligung erarbeitetes Radverkehrskonzept verabschiedet, das sich hin zum Mobilitätskonzept ausweiten wird. Dazu stehen wir bereits in engen Absprachen mit der Stadt Augsburg und den umliegenden Landkreisen.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Die Maßnahmen sind ja bereits zeitlich realistisch verortet; in Abstimmung mit den Baulastträgern sollen in den nächsten fünf Jahren zuerst punktuelle Mängel beseitigt werden (Markierungs-, Beschilderungs- oder Sicherheitsmängel und Abschnitte, an denen die ERA/StVO nicht eingehalten werden). Bauliche Maßnahmen in der bestehenden Infrastruktur sollen bis 2030 realisiert werden, Neubaumaßnahmen und das Schließen von Netzlücken innerorts – wenn die notwendigen Grundstücke erworben werden können – bis 2035.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Keine Frage, wir müssen Mobilität neu denken und es müssen viele kleine Maßnahmen ineinander greifen, um am großen Ganzen etwas zu verändern. Um den Individualverkehr zu verringern, muss z. B. das ÖPNV-Angebot besser und günstiger werden (auch für Gelegenheitsfahrer), Parkplätze nicht in der Stadt, sondern an den Zubringerstraßen und die Weiterfahrt mit dem (kostengünstigen) ÖPNV oder mit dem Rad.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Sollte die Entlastungsstraße kommen, wird sich der Landkreis dafür einsetzen, dass breite Grünbrücken gebaut werden (Aufrechterhaltung ökologischer Vernetzung), die neue Straße möglichst gut in die Landschaft eingebunden wird (Eingrünung) und die Möglichkeiten wirksamen Lärmschutzes für die Erholungsgebiete (Tieferlegung der Straße, Flüsterasphalt, Lärmschutzwände) ausgeschöpft werden.

Kommunalwahl 2020 – Cornelia Böhm

Cornelia Böhm, Bürgermeisterkandidatin Friedberg, FDP

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg hat sich wie bekannt grundsätzlich für die Osttangente ausgesprochen. Wir bevorzugen die Ausgestaltung als Ortsumfahrung Kissing unter Berücksichtigung aller technischen/ökologischen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen. Lärmschutz für Anwohner, angepasste Geschwindigkeitsbegrenzung, kurz eine möglichst umweltverträgliche Variante. Für Friedberg steht hier die Entlastung der B300 im Fokus.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Nein
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg setzt sich für eine zeitgemäße Gestaltung der Infrastruktur im Landkreis ein. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung für den Bau eines zweiten Gleiskörpers für die Paartalbahn, (Wieder-)aufnahmen von Busverbindungen, der Einsatz CO2-reduzierter/freier Busse, der Förderung notwendiger Ortsumfahrungen bis hin zur Idee einer Magnetschwebebahn auf der Trasse der A8. Weiteres entnehmen Sie bitte unserem Kommunalwahlprogramm.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg zielt auf Einrichtung von Fahrradparkplätzen an häufig angefahrenen Standorten wie z.B. Bushaltestellen, der Entschärfung von gefährlichen Streckenabschnitten bzw. die Ordnung der StVO konträren Ausweisungen wie z.B. die Verbreiterung von zu schmalen Radwegen, aber auch eine Änderung der Verkehrsführung innerorts, um Radwege zu ermöglichen. Die Maßnahmen sind priorisiert, die Verkehrssicherheit der Radfahrer im Alltag steht dabei im Vordergrund.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Die Verhinderung von Straßen verhindert eben nicht Verkehr an einem bislang prosperierenden Wirtschaftsstandort. Das zu denken, ist eine Sackgasse – um im Bild zu bleiben. Wer einen starken Wirtschaftsstandort und damit Wohlstand und soziale Stabilität haben will, braucht eine moderne Infrastruktur. Und die ist allein mit Radwegen nicht zu haben. Dabei möchten wir nach wie vor den Schwerlastverkehr aus den Wohngebieten und den Zubringerstraßen hinaus bringen. Es gilt hier neue Mobilitätskonzepte weiter zu verfolgen, neue Technologien zu erproben.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Viele Streckenführungen können und müssen unter der Erde stattfinden. Oberirdisch ist nicht für alle gleichermaßen Raum. Das muss finanziert werden. Dazu braucht es Mut und innovative Planungen.

Kommunalwahl 2020 – Johannes Hatzold

Johannes Hatzold, Bürgermeisterkandidat Friedberg, FW

Hinweis: Die Beantwortung erfolgte ohne unmittelbaren Bezug zu unseren Fragen.

  • Wir von den Freien Wählern Friedberg e.V. sind wie schon mehrfach betont massiv gegen den Ausbau der AIC 25 neu!!! Schon in meiner ersten Rede im Kreistag habe ich mich entsprechend dagegen aufgestellt!
  • Ich bin für eine Öffnung aller möglichen Verkehrsmöglichkeiten,- und Wege!
  • Die B17 war leider von Anfang an eine Fehlplanung!
  • Heute ist vor allem ein Bereich in Augsburg noch auf 50 km/h beschränkt, was zu massiven Behinderungen führt (Zieharmonikaeffekt).
  • Probebetrieb für 4 Wochen und dann Erhöhung der Geschwindigkeit auf der gesamten B17 im Stadtgebiet auf 70 km/h.
  • ÖPNV muss kostengünstiger werden, Fahrradwege müssen forciert werden.
  • Fussgänger,- und Radfahrerbrücke auf Höhe von Kissing ist dringend nötig.
  • Wir werden uns gemeinsam vor die schützenswerten Auen stellen!

Kommunalwahl 2020 – Andreas Santa

Andreas Santa, Landratskandidat, SPD

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin gegen die Osttangente, wie sie aktuell im BVWP steht. Zum einen, weil größere/breitere Straßen noch mehr Verkehr bedeuten. Zum anderen, weil ich eine Gefährdung und einen Qualitätsverlust sowohl der Naherholungs- als auch der Naturschutz- und Trinkwasserschutzgebiete sehe. Allerdings ist mir durchaus bewusst, dass wir gemeinsam Lösungen erarbeiten und Möglichkeiten finden müssen, die den Anwohnern an den vielbefahrenen Bundesstraßen eine Verbesserung ihrer Situation bringen und die jeweiligen Orte entlasten. Dies kann auch eine Ortsumfahrung bedeuten, aber nicht mit Autobahn-Charakter.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Nein, da ich die letzten zwei Jahre studienbedingt in Marburg verbracht habe.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    In meinen Augen benötigen wir einen kostengünstigen Nahverkehr, der sich vor allem durch sehr gute und regelmäßige Anbindungen nach Augsburg, München und innerhalb unseres Landkreises auszeichnet. Wenn der Nahverkehr attraktiver wird, können wir die Fahrzeuganzahl auf der Straße stark reduzieren. Davon bin ich überzeugt. Einen konkreten Maßnahmenplan der Kreis-SPD für den ÖPNV im Landkreis finden Sie hier: https://spd-aichach-friedberg.de/workspace/media/static/pressemeldungspd_oepnv-5e2eb146642d3.pdf
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Für mich haben der Ausbau sowie die Mängelbeseitigung an unseren Radverkehrswegen hohe Priorität. Eine wichtige Maßnahme dabei ist die Ausweisung von Fahrradstraßen, gerade als Verbindung zwischen Ortschaften.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Unser öffentlicher Nahverkehrs muss als attraktive Alternative zum Auto wahrgenommen werden. Als Landrat setze ich mich dafür ein, das aktuelle System günstiger und verlässlicher zu machen sowie besser zu takten. Natürlich werde ich hierbei auf Alternativantriebe bei Bussen achten, um den Schadstoffausstoß zu minimieren und die Busse nach Möglichkeit geräuschärmer werden zu lassen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Als Landrat werde ich mich dafür einsetzen, die Menschen im Landkreis wie auch die Natur gleichermaßen im Fokus zu haben. Neben Lärm- und Abgasschutz stelle ich mir eine Eingrünung vor. Zudem muss die Einhaltung der gesetzlichen Schutzmaßnahmen strengstens überwacht werden.

Kommunalwahl 2020 – Stefan Hummel

Stefan Hummel, Bürgermeisterkandidat Mering, SPD

Hinweis: Die Beantwortung erfolgte ohne unmittelbaren Bezug zu unseren Fragen.

Gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeführten Fragen Stellung. Konzentriert habe ich mich bei der Beantwortung auf den Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich als Bürgermeister.

Die Verkehrswende und der damit verbundene Ausbau des öffentlichen Nahverkehres genauso wie die Weiterentwicklung des überörtlichen und innergemeindlichen Radverkehrsnetzes sind Aufgaben, die Grundlage meiner Überlegungen sind und die viele meiner Ideen für Mering beeinflussen.

Zum Thema Osttangente habe ich bereits mehrfach ausdrücklich Stellung genommen. Ich bin gegen die Osttangente in der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Form. Zunächst betrachte ich die Planung zur Osttangente als Bürgermeisterkandidat von Mering aus unserer Perspektive vor Ort. Hier sehe ich nur eine Zunahme von Verkehr von überregionalen Verkehr, insbesondere im Zusammenhang mit den großen Verteilerzentren in Graben. Zusätzlich zerstört die geplante autobahnähnliche Straße wertvollen Naherholungsraum für Meringer. Besonders kritisch sehe ich, dass im ersten Schritt nur die B2 neu bis zur Anschlussstelle in Mering umgesetzt werden soll. Der 4. Abschnitt wurde zurückgestellt. Dadurch kommt es, mindestens für eine Übergangszeit, vielleicht sogar dauerhaft, zu einem Flaschenhals genau vor unserer Haustüre an dem sich der Verkehr verengt um über die nicht weiter ausgebauten Strecken langsam abzufließen.

Mering ist sehr gut über den öffentlichen Nahverkehr durch die Bahn erschlossen. Dies ermöglicht eine gute Anbindung an die Metropolregionen München und Augsburg. Darüber hinaus sind auch die Busverbindungen von und nach Mering gut ausgebaut. Lediglich ist die Anbindung von Pendlern aus Königsbrunn bzw. Bobingen zu verbessern. Dies ist vordergründig aber Abstimmungssache zwischen den Landkreisen. Mering profitiert hier aber durch eine Verringerung des Autoverkehrs und einer Entspannung bei der Parkplatzsituation. Kritisch sehe ich allerdings den innerörtlichen öffentlichen Nahverkehr. Mering ist durch das Wachstum in die Fläche so ausgedehnt, dass die Wege gerade von Neubaugebieten ins Ortszentrum oder zum Bahnhof weit sind. Das ideale Verkehrsmittel für diese Strecken wäre zweifelsohne das Fahrrad. Allerdings gibt es auch Menschen, die nicht Fahrradfahren können oder wollen. Dafür ist es erforderlich einen Shuttle Service im Ort einzurichten. Der Betrieb mit großen Linienbussen und starren Fahrplänen wäre voraussichtlich unwirtschaftlich und auch nicht ökologisch. Daher sind alternative Konzepte wie Kleinbusse, Ruftaxis oder Mitfahrbänke zu prüfen. Wichtig ist, dass es eine Anbindung gibt, die ohne permanente Lehrfahrten, Menschen ermöglicht in das Ortszentrum zu kommen.

Dies bringt mich bereits zum nächsten Punkt. Das Radverkehrsnetz ist eines der wesentlichen Anliegen der Kreis-SPD und steht dort auch als eines der Themenschwerpunkte im Fokus von Landratskandidat Andreas Santa. Gerne können Sie sich bezüglich der überörtlichen Aspekte mit ihm austauschen. Als Bürgermeister von Mering wird der innergemeindliche Radverkehr sowie, vor dem Hintergrund der Pendlerströme Richtung Augsburg, auch der überregionale Radverkehr mein Schwerpunkt sein. Im Ort haben wir eine Situation, in der mir viele Bürger berichten, dass sie ungern mit dem Rad in den Ort fahren. Wir haben entlang der Hauptverkehrsstraßen keine Radwege und die Straße im Innenort ist eng, viel befahren und gefährlich. Hier möchte ich im Rahmen der Neugestaltung des Ortszentrums über die Verkehrsberuhigung und Shared Space Lösungen den Innenort attraktiver machen. Dazu gehören dann auch mehr Stellplätze im Ort und ggf. Ladestationen für Ebikes.

Zurück zum Thema Osttangente. Eine Umgehungsstraße für Kissing und in Teilen auch St. Afra halte ich für ein aus Kissinger Sicht nachvollziehbares Anliegen. Allerdings ist es nicht Aufgabe von Mering dies voranzutreiben. Sollte eine Planung allerdings fortgeführt werden, ist es Aufgabe für mich als Bürgermeister intensiv am Planungsprozess teilzunehmen und unsere örtlichen und naturschutzfachlichen Interessen einzubringen. Die in Frage stehenden Bereiche sind ein einzigartiger Lebensraum und stehen zu Recht unter Naturschutz.

Kommunalwahl 2020 – Constanze von Tucher

Constanze von Tucher, für den Kreisverband der ÖDP

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Die ödp lehnt die Osttangente gänzlich ab. Wie schon der Ausbau der A8 zeigt, zieht eine Erweiterung einer Straße wieder Verkehr und Industrie an und führt unweigerlich zu mehr Unfällen und mehr Lärm. Außerdem wird wieder kostbare Fläche versiegelt. Die nördlichen Gemeinden Derching und Stätzling werden dadurch überdimensional belastet.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Die ödp ist Mitglied im Aktionsbündnis-Keine Osttangente und Gründungsmitglied des Vereins AKO – Alternative Konzepte für Mobilität. Darüber hinaus haben wir mit verschiedenen Aktionen  auf die Einschnitte aufmerksam gemacht, die dieses Monsterprojekt für unsere Natur bedeuten würde.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Unsere Kreis- und Stadträte setzen sich für eine bessere Anbindung der Orte auf dem Land an die Stadt und für mehr und sicherere Fahrradwege ein. Außerdem unterstützen sie die Stärkung und den weiteren Ausbau der Paartalbahn, die eine wichtige Trasse im Wittelsbacher Land darstellt. Die ÖDP hat wiederholt versucht, die Verbindung zwischen Mering und Königsbrunn durch den ÖPNV in die Diskussion zu bringen.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Der Landkreis muss die Kommunen in der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes unterstützen, auch wenn Radwege mehrheitlich im Eigentum der Städte/Gemeinden sind. Um die Ideen aus dem Radverkehrskonzept des Landkreises im Stadtgebiet umzusetzen, ist die verbindliche Einplanung von Haushaltsmitteln von mindestens 0,5 Mio pro Jahr erforderlich. So können weitere Stellplätze und Ladestationen geschaffen werden, lückenlose Fahrradverbindungen in die Zentren (Bahnhof, Schulen, Innenstadt) , sowie fahrradfreundliche Kreuzungen ermöglicht werden.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Der Ausbau des ÖPNV muss landkreisübergreifend ausgebaut werden. Es braucht neue Bahn- und Busverbindungen, sowie eine bessere Taktung, besonders in den ländlichen Gebieten im Landkreis Süden. Der Fahrradverkehr muss gestärkt und attraktiver gemacht werden und der Güterverkehr muss auf die Schiene.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Die ödp hat mit der Initiierung des Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ bereits eine gute Grundlage für den Erhalt der Artenvielfalt geschaffen. Nachdem das Volksbegehren nun Gesetz ist, hat die Umsetzung des Gesetzes oberste Priorität.  Dafür werden wir uns im Landkreis und in den Kommunen verstärkt einsetzen, damit auch diese wertvollen Flächen nicht verloren gehen.

Kommunalwahl 2020 – Josef Wecker

Josef Wecker, Bürgermeisterkandidat Schmiechen, FW

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist? Die Gemeinde Schmiechen ist mit der Gemeinde Merching ja hauptsächlich mit dem geplanten 4. Bauabschnitt der Osttangente betroffen. Dieser 4. Abschnitt ist ja inzwischen aus der Dringlichkeitsliste herausgenommen, weshalb unsere Gemeinde derzeit nur am Rande betroffen ist. Grundsätzlich sollte das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht durch noch mehr Straßen bekämpft werden. Da gibt es sicher bessere und auch nachhaltigere Lösungen.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Zusammen mit den Gemeinden Merching und Prittriching wurden Schreiben verfasst in denen unser Unmut zu der geplanten Trassenführung des 4. Bauabschnittes geäußert wurde. Diese Schreiben gingen an den Verkehrsausschuss und an das Straßenbauamt. Zusätzlich wurden unsere Bürger aufgerufen an den organisierten Protestaktionen teilzunehmen.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Schmiechen ist durch unsere Bahnverbindung sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Busverbindungsmöglichkeiten in Unterbergen müssen ausgebaut werden, hierfür werde ich mich einsetzen.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Nach langen Grundstücksverhandlungen kann endlich der Radweg von Unterbergen nach Mering im Jahr 2020 verwirklicht werden. Eine große Bereicherung wäre der im Konzept aufgenommene Radweg entlang der Staatsstraße als direkte Verbindung von Schmiechen und Merching.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Ein Patentrezept für eine Alternative kann ich derzeit nicht aus der Schublade holen. Ich denke bei intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten kann eine langfristige und nachhaltige Lösung gefunden werden.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Bei dem für diese Baumaßnahme erforderlichen Planfeststellungsverfahren müssen alle betroffenen Kommunen beteiligt werden. Im Zuge dieses Verfahrens wird die Gemeinde Schmiechen ihre Bedenken und Anliegen vorbringen und sich für den Erhalt unserer Naturschutz- und Erholungsgebiete intensiv einsetzen.

Unabhängiges Aktionsbündnis gegen die Osttangente Augsburg