Kommunalwahl 2020 – Stefan Lindauer

Stefan Lindauer, Landratskandidat, Bündnis 90/Die Grünen

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Den Bau einer Ostumfahrung um Augsburg, so wie sie der Bundesverkehrswegeplan definiert, lehne ich entschieden ab. Mehr und breitere Straßen zu bauen, um die täglichen Blechlawinen durchs Land zu befördern halte ich für den falschen Ansatz. Was wir brauchen ist der Ausbau des ÖPNV sowie des Schienen-Güter- und Fernverkehrs, kurzum eine Verkehrswende. Die Grüne Landtagsfraktion sowie Bundestagsfraktion erstellte hierzu bereits sinnvolle und innovative Konzepte.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Das Aktionsbündnis Keine Osttangente zählt zahlreiche Mitglieder. Darunter auch die Bündnispartei Bündnis 90/ Die Grünen. Als Kreissprecher und Landratskandidat der Partei unterstütze ich das Aktionsbündnis voll und ganz.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der ländliche Raum hat neben einer wundervollen Natur und Landschaft einiges zu bieten, doch ein funktionierender ÖPNV gehört meist nicht dazu. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das Angebot an Bus und Zugverbindungen im Landkreis ausgebaut und die Taktung engmaschiger wird. In diesem Zusammenhang möchte auf die von den Grünen im Landtag geforderte Mobilitätsgarantie hinweisen. Außerdem möchte ich ein 365 Eur. Ticket für den Landkreis sowie eine weitere Vergünstigung der Ticketpreise in Zukunft. Nur ein gutes Angebot und viele Verbindungen bewegen die Menschen dazu vermehrt das Auto stehen zu lassen. Überregional können wir Grüne uns auf die Eckpunkte der schwäbischen Verkehrswende stützen und für eine bessere Vernetzung von Schwaben einsetzen und im nächsten Schritt ganz klar mit Oberbayern und München.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Das Radverkehrskonzept sowie eine Stelle zur Umsetzung des Konzeptes wurde maßgeblich von einem Antrag der Grünen im Kreistag angestoßen, darüber bin ich sehr froh. Das Konzept ist sehr umfangreich und bietet eine Vielzahl an Sofortmaßnahmen, sowohl auf Kreis- wie auch städtischer Ebene. Als Landrat möchte ich mich für einen schnellen Aus- und Weiterbau der Radwege an unseren Kreisstraßen einsetzen und Radschnellwege schaffen. Weiterhin müssen wir einen kritischen Blick auf die Umsetzung haben, dass auch alle zeitkritischen Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden und für größere Projekte schlüssige Finanzierungskonzepte erstellt werden.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Kommt es zu keinem Bau der Osttangente werden wir voraussichtlich nach wie vor mit einem hohen Verkehrsaufkommen und einem erhöhten Güterverkehr rechnen müssen. Daher müssen wir uns zu einem dafür einsetzen, dass der Güterverkehr wieder vermehrt auf die Schiene verlagert wird. Hierzu brauchen wir jedoch einen Ausbau der Bahnnetze und bessere Anbindungen. Weiterhin können wir durch ein ausgebautes ÖPNV-Netz und funktionierende Radschnellwege unsere bestehenden Straßen entlasten. Es gibt einige Alternativlösungen, wichtig ist dabei diesen auch eine Chance einzuräumen und die Ideen vom Papier in die Umsetzung zu bekommen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Ich appelliere hier an eine enge Zusammenarbeit mir allen Beteiligten (Aktionsbündnis, Verbände, Bürgerinnen und Bürger), um die Osttangente zu verhindern und die Naturschutz- und Erholungsgebiete zu erhalten und eine für alle Betroffenen akzeptable Lösung zu finden. Im Gespräch lassen sich meiner Meinung nach die besten Lösungen finden und erörtern. Der Arten- sowie Umweltschutz steht für mich dabei an oberster Stelle. Als konkrete Maßnahme möchte ich die Reduzierung des Flächenverbraues anführen und mich dafür einsetzen, dass weniger Fläche versigelt wird. Einen Biotopverbund entlang des Lechs zur Vernetzung der Ökosysteme ist anzustreben.

Kommunalwahl 2020 – Egon Stamp

Egon Stamp, Bürgermeisterkandidat Friedberg, Bündnis 90/Die Grünen

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Osttangente der falsche Weg ist. Sie ist Symbol einer rückwärtsgewandten und überholten Verkehrspolitik.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    In allen Gesprächen zum Thema Verkehr setze ich mich gegen die Realisierung der Osttangente ein, da sie keines der verkehrspolitischen Herausforderungen löst, sondern nur verstärkt und verlagert.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der Ausbau des regionalen Fahrradwegenetzes ist eines meiner zentralen Anliegen. Zusammen mit der Verbesserung des ÖPNV ist so die Verkehrswende möglich.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Mein Ziel ist es, die multimodale Verknüpfung aus Individualverkehr und ÖPNV zu stärken. Durch die Verbindung der Vorteile von Fahrrad und ÖPNV entsteht ein attraktives und komfortables Angebot für die Bürger.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Ein Großteil der Pendlerfahrten führt in Richtung Augsburg. Der Ausbau eines regionalen Fahrradschnellwegenetzes als Bestandteil eines umfassenden Mobilitätskonzeptes ist hier ein Schlüsselfaktor zur Entlastung der Straße und zudem in anderen europäischen Ländern ein Erfolgskonzept.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Ich werde mich einsetzen für die Festlegung der schützenswerten Gebiete im Flächennutzungsplan als Grünflächen, um so die Freihaltung von jeglicher Bebauung durchzusetzen. Außerdem strebe ich die naturnahe Gestaltung und die Eindämmung der Lichtverschmutzung auf städtischen Erholungsflächen an.

Kommunalwahl 2020 – Petra von Thienen

Petra von Thienen, Bürgermeisterkandidatin Mering, Bündnis 90/Die Grünen

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin eine ganz klare Gegnerin der Osttangente, weil uns diese als Bundesstraße getarnte Autobahn nur schaden wird. Sie wird uns in Mering Lebensqualität kosten, wertvolle Natur wird zerstört werden und die Lärm- und Schadstoffbelastung für die Bürger im Ort wird massiv zunehmen. Aber ich sehe dies nicht nur aus der örtlichen Perspektive, sondern ebenso aus der Perspektive für gesamte Region. Diese überregionale Tangente wird dazu führen, dass wir im Lechfeld, wie schon in Graben und an anderen Stellen, eine massiven Gewerbeausbau mit Großlogistik bekommen. Vor allem unsere Kinder und Enkel werden für diese Straße einen hohen Preis zahlen.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Wir Grüne waren und sind am Protest gegen die Osttangente maßgeblich und aktiv beteiligt. Ich werde mich solange gegen diese Straße wehren, bis wir sie verhindert haben.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Bessere ÖPNV-Angebote in der Region. Mitfahrbankerl als zusätzliches Angebot für ländliche Gemeinden, Radschnellverbindungen nach Königsbrunn, Richtung Augsburg, Richtung Fürstenfeldbruck, Ausbau der Radinfrastruktur in Mering, bessere Car Sharing-Angebote in Mering und der Region, Stadtbus in Mering als Angebot für Menschen, die auf das Auto verzichten müssen oder wollen. Für mich ist es ein selbstverständliches Anliegen, die katastrophale Verkehrsbelastung im Meringer Ortszentrum endlich durch eine umfassende Verkehrsberuhigung zu beenden. Wir Grünen setzen uns seit mehr als 20 Jahren dafür ein!
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Ich werde maßgeblich die Umsetzung des Radverkehrskonzepts in Mering vorantreiben. Im Meringer ISEK ist ebenfalls ein Radwegekonzept vorgesehen. Diese Maßnahme ist bereits ab 2020 geplant. Ich werde mich für eine schnelle Umsetzung einsetzen und dabei muss auch das landkreisweite Konzept mit berücksichtigt werden. Maßnahmen des Landkreiskonzepts mit hoher Priorität müssen kurzfristig umgesetzt werden. Vordringlich sind für mich alle Maßnahmen, die Lücken im Wegenetz beheben und die Sicherheit der Radfahrer erhöhen. Aber auch weitere Infrastruktur (Stellplätze, Ladestationen) muss geschaffen werden, um noch mehr Menschen aufs Rad zu bringen. In Mering sind dies vor allem Stellplätze und Bike-Ladestationen am Bahnhof St. Afra und im Meringer Zentrum.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Bessere ÖPNV-Angebote „über den Lech“. Aus- bzw. Neubau der Bahnstrecke Mering Bobingen, um den Autoverkehr auf dieser Strecke zu reduzieren.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Zunächst darf westlich der Bahnstrecke Mering-Augsburg kein weiterer Flächenverbrauch stattfinden. Der Naturschutzraum Lechfeld ist bereits erheblich eingeschränkt und verträgt keine weiteren Eingriffe. Deshalb darf es auch keine Erweiterung des Meringer Gewerbegebiet-West geben. Die fachgerechte Pflege der Ausgleichsflächen für das Gewerbegebiet-West muss außerdem sorgfältig überwacht werden. Die Pflege des Meringer Stadtbiotops, das Teil des Biotopverbunds ist, gehört auch zu diesem Konzept. Hier sollte auch die Öffentlichkeitsarbeit der Marktgemeinde ansetzen, die den Menschen den Wert dieser Naturschutzflächen bewusst macht und Sensibilität schafft.

Kommunalwahl 2020 – Manfred Graser

Manfred Graser, Bürgermeisterkandidat Pöttmes, Bürgerblock Pöttmes e.V.

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin gegen einen weiteren Flächenverbrauch für noch mehr Straßen, die immer mehr wertvolle Gebiete versiegeln, wie auch z.B. die geplante Osttangente. Stattdessen sollte das bestehend Verkehrswegenetz in allen Bereichen schnell modernisiert und besser instandgesetzt werden.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Nein, habe ich bisher nicht.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Ich bin der Meinung, man sollte denn ÖPNV weiter ausbauen und damit die Verkehrsbelastungen auf den Straßen deutlich reduzieren. Gerade im ländlichen Raum gibt es hier noch viel zu tun. Die Taktfrequenzen müssen erhöht werden, ebenso muss auch das gesamte System für die Nutzer vereinfacht und günstiger werden.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    In unserer Gemeinde (Markt Pöttmes), sehe ich es als sehr wichtig an, das Radwegenetz kurz- bis mittelfristig, entweder in Eigenregie oder in Abstimmung mit dem Radverkehrskonzept zu komplettieren und bestehende Lücken zu schließen.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)? 
    Ich finde, dass wir durch die Ausarbeitung neuer Mobilitätskonzepte, sowie dem Ausbau des Radwegenetzes in die richtige Richtung gehen, dafür werde ich mich einsetzen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Hierzu kann ich leider aktuell keine Aussage treffen, da ich darüber bisher zu wenig informiert bin. Jedoch werde ich mich natürlich auch weiterhin für Umwelt- und Naturschutz einsetzen.

Kommunalwahl 2020 – Florian Fleig

Florian Fleig, Bürgermeisterkandidat Friedberg, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?

Ich bin für die Osttangente, jedoch gegen die derzeitige Definition eines 4-spurigen Ausbaus. Hier sehe ich auch die lokale Politik in der Verantwortung, hiergegen vorzugehen und unnötigen Landverbrauch zu stoppen.

  1. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?

Da ich die sich aus diesem Projekt ergebenen Chancen für den Landkreissüden erkenne, habe ich mich nicht in der Vergangenheit dagegen eingesetzt. Ich unterstütze auch zu 100 % den Kreistagsbeschluss vom 09.03.2016, wonach sich der Kreis für eine flächensparende Verwirklichung auf Bestandsstraßen ausgesprochen hat und deutlich gemacht hat, dass dem Umwelt- und Klimaschutzgedanken Rechnung getragen werden muß.

Gerade für Friedberg sehe ich in den Abschnitten 1 und 2 die große Chance, Verkehr aus der Stadt zu bringen und auf die bestehende (!!!) A8 umzulenken, so dass eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden kann.

  1. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?

Das Radverkehrskonzept muß konsequent verwirklich und umgesetzt werden. Darüber hinaus muß es den Bürgern, egal ob in der Stadt oder im ländlichen Bereich, erleichtert werden, den ÖPNV zu benutzen bzw. unnötige Strecken mit dem Pkw vermeiden zu können.

  1. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?

Da es bereits eine zeitliche Staffelung gibt, möchte ich diese auch umsetzen und verwirklichen. Vordringlich zu bearbeiten ist hierbei sicherlich ein ganzheitliches Konzept von Radwegen und die damit verbundenen Grundstückserwerbe, um überall ein sicheres und komfortables Fahren mit dem Fahrrad zu ermöglichen.

  1. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?

Aus Friedberger Sicht muß alles dafür getan werden, dass die B300 auf die A8 verlagert wird. Darüber hinaus muß losgelöst von der Osttangente die Mobilität generell neu gedacht werden. Es muß beispielsweise der Schienenverkehr gefördert und der Umstieg auf denselben attraktiver gemacht werden. Auch müssen Pendlerparkplätze gebaut werden, um unnötige Fahrten mit dem Pkw zu vermeiden und die Bildung von Fahrgemeinschaften leichter erreichen zu können.

  1. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Emissionen möglichst gering gehalten werden (Lärmschutzwände, Flüsterasphalt, etc.). Darüber hinaus muß an die Tierwelt gedacht werden, wie beispielsweise Schutzzäune, Querungshilfen (Grünbrücken, Wildunterführungen, Amphibientunneln, etc.).

Kommunalwahl 2020 – Helmut Luichtl

Helmut Luichtl, Bürgermeisterkandidat Merching, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich spreche mich dezidiert gegen eine Osttangente, wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist, aus. Insbesondere die sogenannte „Ulrich-Variante“ lehne ich ab, weil diese für Merching nur zu einer Belastung werden würde. Es geht primär darum, Entlastungen für die Bürger, insbesondere in Kissing und Friedberg, zu finden.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    In der Gemeinderatssitzung vom 14.04.2019 hat sich der Gemeinderat bereits dagegen ausgesprochen und über die Gemeinde unsere Bedenken an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur umfangreich mitteilen lassen. Des Weiteren haben wir unseren amtierenden Bürgermeister damit beauftragt, dem Staatlichen Bauamt unsere Bedenken bezüglich der Belastung für Merching und seiner Bürger darzulegen.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Selbstverständlich werde ich den Ausbau des ÖPNV unterstützen, soweit das als Bürgermeister möglich ist, da die direkte Zuständigkeit hierfür nicht bei der Gemeinde liegt. Ich könnte mir vorstellen, sogenannte Mitfahrerbänke im Gemeindebereich einzurichten. Weiterhin würde ich bei zukünftigen Straßenplanungen im Ortsbereich versuchen, Radwege dort einzuplanen, wo es sinnvoll und platztechnisch machbar ist.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Den weiteren Ausbau der Radwege werde ich als Bürgermeister dahingehend unterstützen, dass ich für die vorgesehenen Trassen auf Merchinger Flur umgehend Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern aufnehme, damit die Radwege auch umgesetzt werden können. Die Entscheidung wo und wann gebaut wird, liegt beim Kreistag.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    In Merching besteht eigentlich kaum Handlungsbedarf, da die Umfahrung in erster Linie für die Kommunen in Friedberg und Kissing wichtig wäre. Nichtsdestotrotz werde ich mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden Gespräche führen, wie man beispielsweise den Individualverkehr reduzieren kann.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Die Gemeinde Merching unternimmt schon jetzt umfangreiche Maßnahmen, um Naturschutz- und Erholungsgebiete nicht nur einzurichten, sondern auch zu unterhalten. Als größte Objekte sind hier der Schwanensee und der Mandichosee (Staustufe 23) zu nennen sowie bereits umgesetzte Projekte von Ausgleichsflächen im Lechfeld.

Kommunalwahl 2020 – Florian Mayer

Florian Mayer, Bürgermeisterkandidat Mering, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Im Bundesverkehrswegeplan ist die Osttangente als autobahnähnliche Umfahrung von Augsburg zur Entlastung der Bundesstraße 17 mit überregionalen Zielsetzungen definiert. Für Mering überwiegen hier klar die Nachteile, weshalb ich diese Maßnahme ablehne.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Die CSU Mering hat hier schon vor Jahren unter meiner Leitung demokratisch und ausführlich beraten. Das Ergebnis eines mehrtägigen Positionspapiers führte unter anderem maßgeblich zu einem Kreistagsbeschluss, der sich für regionale Lösungen auf Bestandstrassen sowie gegen einen autobahnähnlichen Ausbau ausspricht.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Ideen wie einem Bürgerbus oder Elektropoolfahrzeuge in kommunalen Wohnanlagen sind Beispiele, die ich befürworte. Daneben braucht es Maßnahmen, um den Durchgangsverkehr im Ortszentrum sowie auf Ortsstraßen (z.B. Hörmannsberger Straße) aus dem Ort heraus zu halten. Der Ausbau des ÖPNV ist unterstützenswert, fällt aber nicht in die direkte Zuständigkeit unserer Marktgemeinde.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    In unserem örtlichen Wahlprogramm haben wir dargestellt, das sämtliche Radwege, die in den Ort hinein führen, dort nicht durchlässig sind. Unser vordringlichstes Ziel ist es dies bei künftigen Planungen des Verkehrsraums zu berücksichtigen und Verbesserungen herbeizuführen. Sowohl das ISEK als auch die Verkehrsberuhigung im Ortszentrum sind diesbezüglich nur beispielhafte Bausteine.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Sollte es zu reinen regionalen Verkehrslösungen wie z.B. einer Ortsumfahrung von Kissing oder Ried kommen, so müssen in diesem Zusammenhang auch Lösungen für die betroffenen Gebiete in Mering (jetzige B2, Hörmannsberger Straße) gefunden werden. Dabei sind auch Unfallschwerpunkte wie die Kreuzung Augsburger Straße / B2 in die Betrachtung einzuziehen. Diesbezüglich wollen wir aber auch alternative Maßnahmen prüfen, die den Verkehr bremsen und die Verkehrswege für überregionalen Verkehr weniger attraktiv machen. Diese Ziele sind am besten im Konsens mit unseren Nachbargemeinden zu erreichen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Die Renaturierung des Lechs (LICCA LIBER) ist ein hervorragendes Projekt, um Lebensraum zu erhalten, der Natur wieder mehr Platz zu geben und den Erholungsfaktor für den Menschen zu verbessern. Zudem hat Merings CSU auch schon Projekte angestoßen wie mehr Baumpflanzungen entlang von Straßen, den Ersatz von Mais als Futter für Biogasanlagen durch langdauernde Blühplanzen (durchwachsene Silphi), Solarstromspeicherung am Gymnasium (finanziert durch Bürger) und H2-Projekte über den Landkreis. Außerdem wollen wir Bebauungspläne auf Umsetzung der festgeschriebenen Bepflanzung überprüfen.

Kommunalwahl 2020 – Dr. Klaus Metzger

Landrat Dr. Klaus Metzger, Landratskandidat, CSU

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Ich bin gegen die im Bundesverkehrswegeplan definierten Planungen. Klar ist aber auch, dass für die Gemeinden Kissing und Mering sowie die Stadt Friedberg Entlastung geschaffen werden muss.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Ich habe bereits am 09.03.2016 einen Kreistagsbeschluss herbeigeführt, der detailliert festlegt, was wir uns vorstellen. Zentral ist die Aussage: „Die gesamte Trasse soll […] möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen verwirklicht werden. Den Belangen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Naturschutzes ist dabei Rechnung zu tragen.“
    Nur zur Info: Kompletter Beschluss, angenommen mit 34 : 18 Stimmen: „Der Landkreis spricht sich für die Realisierung einer Entlastungsstraße im Bereich Friedberg/Derching – Kissing – Mering-Str. Afra aus. Die Maßnahme beinhaltet einen verkehrsgerechten Ausbau der AIC 25 und des Chippenham Rings im Bereich Friedberg/Autobahnanschluss Derching bis zur Einmündung des Chippenham Rings in die Meringer Straße. Der Straßenzug soll ab dieser Einmündung seine Fortführung über die B 2 mit einer Umfahrung von Kissing und Mering-St. Afra finden und keinen autobahnähnlichen Ausbau erhalten. Der Teilabschnitt zwischen Autobahnanschluss Friedberg/Derching und Meringer Straße ist so zu gestalten, dass die verkehrstechnischen und verkehrsrechtlichen Voraussetzungen zu einer Entlastung Friedbergs dahin gehend führen, dass der Durchgangsverkehr von der B 300 auf die A 8 abgeleitet wird. Der Kreistag Aichach-Friedberg appelliert an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages, dieses Straßenprojekt im neu zu erstellenden Bundesverkehrswegeplan mit dem Vermerk „vordringlicher Bedarf“ zu deklarieren. Die gesamte Trasse soll den Status einer Bundesstraße erhalten und möglichst flächensparend auf Bestandsstraßen verwirklicht werden. Den Belangen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Naturschutzes ist dabei Rechnung zu tragen.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der Landkreis hat ein unter Bürgerbeteiligung erarbeitetes Radverkehrskonzept verabschiedet, das sich hin zum Mobilitätskonzept ausweiten wird. Dazu stehen wir bereits in engen Absprachen mit der Stadt Augsburg und den umliegenden Landkreisen.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Die Maßnahmen sind ja bereits zeitlich realistisch verortet; in Abstimmung mit den Baulastträgern sollen in den nächsten fünf Jahren zuerst punktuelle Mängel beseitigt werden (Markierungs-, Beschilderungs- oder Sicherheitsmängel und Abschnitte, an denen die ERA/StVO nicht eingehalten werden). Bauliche Maßnahmen in der bestehenden Infrastruktur sollen bis 2030 realisiert werden, Neubaumaßnahmen und das Schließen von Netzlücken innerorts – wenn die notwendigen Grundstücke erworben werden können – bis 2035.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Keine Frage, wir müssen Mobilität neu denken und es müssen viele kleine Maßnahmen ineinander greifen, um am großen Ganzen etwas zu verändern. Um den Individualverkehr zu verringern, muss z. B. das ÖPNV-Angebot besser und günstiger werden (auch für Gelegenheitsfahrer), Parkplätze nicht in der Stadt, sondern an den Zubringerstraßen und die Weiterfahrt mit dem (kostengünstigen) ÖPNV oder mit dem Rad.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Sollte die Entlastungsstraße kommen, wird sich der Landkreis dafür einsetzen, dass breite Grünbrücken gebaut werden (Aufrechterhaltung ökologischer Vernetzung), die neue Straße möglichst gut in die Landschaft eingebunden wird (Eingrünung) und die Möglichkeiten wirksamen Lärmschutzes für die Erholungsgebiete (Tieferlegung der Straße, Flüsterasphalt, Lärmschutzwände) ausgeschöpft werden.

Kommunalwahl 2020 – Cornelia Böhm

Cornelia Böhm, Bürgermeisterkandidatin Friedberg, FDP

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg hat sich wie bekannt grundsätzlich für die Osttangente ausgesprochen. Wir bevorzugen die Ausgestaltung als Ortsumfahrung Kissing unter Berücksichtigung aller technischen/ökologischen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen. Lärmschutz für Anwohner, angepasste Geschwindigkeitsbegrenzung, kurz eine möglichst umweltverträgliche Variante. Für Friedberg steht hier die Entlastung der B300 im Fokus.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Nein
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg setzt sich für eine zeitgemäße Gestaltung der Infrastruktur im Landkreis ein. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung für den Bau eines zweiten Gleiskörpers für die Paartalbahn, (Wieder-)aufnahmen von Busverbindungen, der Einsatz CO2-reduzierter/freier Busse, der Förderung notwendiger Ortsumfahrungen bis hin zur Idee einer Magnetschwebebahn auf der Trasse der A8. Weiteres entnehmen Sie bitte unserem Kommunalwahlprogramm.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Der FDP Kreisverband Aichach-Friedberg zielt auf Einrichtung von Fahrradparkplätzen an häufig angefahrenen Standorten wie z.B. Bushaltestellen, der Entschärfung von gefährlichen Streckenabschnitten bzw. die Ordnung der StVO konträren Ausweisungen wie z.B. die Verbreiterung von zu schmalen Radwegen, aber auch eine Änderung der Verkehrsführung innerorts, um Radwege zu ermöglichen. Die Maßnahmen sind priorisiert, die Verkehrssicherheit der Radfahrer im Alltag steht dabei im Vordergrund.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Die Verhinderung von Straßen verhindert eben nicht Verkehr an einem bislang prosperierenden Wirtschaftsstandort. Das zu denken, ist eine Sackgasse – um im Bild zu bleiben. Wer einen starken Wirtschaftsstandort und damit Wohlstand und soziale Stabilität haben will, braucht eine moderne Infrastruktur. Und die ist allein mit Radwegen nicht zu haben. Dabei möchten wir nach wie vor den Schwerlastverkehr aus den Wohngebieten und den Zubringerstraßen hinaus bringen. Es gilt hier neue Mobilitätskonzepte weiter zu verfolgen, neue Technologien zu erproben.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Viele Streckenführungen können und müssen unter der Erde stattfinden. Oberirdisch ist nicht für alle gleichermaßen Raum. Das muss finanziert werden. Dazu braucht es Mut und innovative Planungen.

Kommunalwahl 2020 – Johannes Hatzold

Johannes Hatzold, Bürgermeisterkandidat Friedberg, FW

Hinweis: Die Beantwortung erfolgte ohne unmittelbaren Bezug zu unseren Fragen.

  • Wir von den Freien Wählern Friedberg e.V. sind wie schon mehrfach betont massiv gegen den Ausbau der AIC 25 neu!!! Schon in meiner ersten Rede im Kreistag habe ich mich entsprechend dagegen aufgestellt!
  • Ich bin für eine Öffnung aller möglichen Verkehrsmöglichkeiten,- und Wege!
  • Die B17 war leider von Anfang an eine Fehlplanung!
  • Heute ist vor allem ein Bereich in Augsburg noch auf 50 km/h beschränkt, was zu massiven Behinderungen führt (Zieharmonikaeffekt).
  • Probebetrieb für 4 Wochen und dann Erhöhung der Geschwindigkeit auf der gesamten B17 im Stadtgebiet auf 70 km/h.
  • ÖPNV muss kostengünstiger werden, Fahrradwege müssen forciert werden.
  • Fussgänger,- und Radfahrerbrücke auf Höhe von Kissing ist dringend nötig.
  • Wir werden uns gemeinsam vor die schützenswerten Auen stellen!

Unabhängiges Aktionsbündnis gegen die Osttangente Augsburg