Kommunalwahl 2020 – Stefan Lindauer

Stefan Lindauer, Landratskandidat, Bündnis 90/Die Grünen

  1. Sind Sie für oder gegen die Osttangente, so wie sie im Bundesverkehrswegeplan definiert ist?
    Den Bau einer Ostumfahrung um Augsburg, so wie sie der Bundesverkehrswegeplan definiert, lehne ich entschieden ab. Mehr und breitere Straßen zu bauen, um die täglichen Blechlawinen durchs Land zu befördern halte ich für den falschen Ansatz. Was wir brauchen ist der Ausbau des ÖPNV sowie des Schienen-Güter- und Fernverkehrs, kurzum eine Verkehrswende. Die Grüne Landtagsfraktion sowie Bundestagsfraktion erstellte hierzu bereits sinnvolle und innovative Konzepte.
  2. Haben Sie sich in der Vergangenheit dagegen engagiert?
    Das Aktionsbündnis Keine Osttangente zählt zahlreiche Mitglieder. Darunter auch die Bündnispartei Bündnis 90/ Die Grünen. Als Kreissprecher und Landratskandidat der Partei unterstütze ich das Aktionsbündnis voll und ganz.
  3. Wofür werden Sie sich zur Verbesserung der regionalen und überregionalen Mobilität im Landkreis einsetzen?
    Der ländliche Raum hat neben einer wundervollen Natur und Landschaft einiges zu bieten, doch ein funktionierender ÖPNV gehört meist nicht dazu. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das Angebot an Bus und Zugverbindungen im Landkreis ausgebaut und die Taktung engmaschiger wird. In diesem Zusammenhang möchte auf die von den Grünen im Landtag geforderte Mobilitätsgarantie hinweisen. Außerdem möchte ich ein 365 Eur. Ticket für den Landkreis sowie eine weitere Vergünstigung der Ticketpreise in Zukunft. Nur ein gutes Angebot und viele Verbindungen bewegen die Menschen dazu vermehrt das Auto stehen zu lassen. Überregional können wir Grüne uns auf die Eckpunkte der schwäbischen Verkehrswende stützen und für eine bessere Vernetzung von Schwaben einsetzen und im nächsten Schritt ganz klar mit Oberbayern und München.
  4. Welche Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept von 2019 des Landkreises wollen Sie vordringlich umsetzen?
    Das Radverkehrskonzept sowie eine Stelle zur Umsetzung des Konzeptes wurde maßgeblich von einem Antrag der Grünen im Kreistag angestoßen, darüber bin ich sehr froh. Das Konzept ist sehr umfangreich und bietet eine Vielzahl an Sofortmaßnahmen, sowohl auf Kreis- wie auch städtischer Ebene. Als Landrat möchte ich mich für einen schnellen Aus- und Weiterbau der Radwege an unseren Kreisstraßen einsetzen und Radschnellwege schaffen. Weiterhin müssen wir einen kritischen Blick auf die Umsetzung haben, dass auch alle zeitkritischen Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden und für größere Projekte schlüssige Finanzierungskonzepte erstellt werden.
  5. Für welche Alternativlösungen werden Sie sich einsetzen, falls die Osttangente nicht realisiert wird (z.B. durch eine Neubewertung in Folge des Klimawandels)?
    Kommt es zu keinem Bau der Osttangente werden wir voraussichtlich nach wie vor mit einem hohen Verkehrsaufkommen und einem erhöhten Güterverkehr rechnen müssen. Daher müssen wir uns zu einem dafür einsetzen, dass der Güterverkehr wieder vermehrt auf die Schiene verlagert wird. Hierzu brauchen wir jedoch einen Ausbau der Bahnnetze und bessere Anbindungen. Weiterhin können wir durch ein ausgebautes ÖPNV-Netz und funktionierende Radschnellwege unsere bestehenden Straßen entlasten. Es gibt einige Alternativlösungen, wichtig ist dabei diesen auch eine Chance einzuräumen und die Ideen vom Papier in die Umsetzung zu bekommen.
  6. Was werden Sie unternehmen, um die Naturschutz- und Erholungsgebiete entlang der geplanten Trasse der Osttangente zu erhalten?
    Ich appelliere hier an eine enge Zusammenarbeit mir allen Beteiligten (Aktionsbündnis, Verbände, Bürgerinnen und Bürger), um die Osttangente zu verhindern und die Naturschutz- und Erholungsgebiete zu erhalten und eine für alle Betroffenen akzeptable Lösung zu finden. Im Gespräch lassen sich meiner Meinung nach die besten Lösungen finden und erörtern. Der Arten- sowie Umweltschutz steht für mich dabei an oberster Stelle. Als konkrete Maßnahme möchte ich die Reduzierung des Flächenverbraues anführen und mich dafür einsetzen, dass weniger Fläche versigelt wird. Einen Biotopverbund entlang des Lechs zur Vernetzung der Ökosysteme ist anzustreben.

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